Das war – das kommt.

Wie immer zum Jahreswechsel, lese ich Beiträge von Jahresrückblicken und von guten neuen Vorsätzen. Wie immer lese ich unseren eigenen Rückblick vom Vorjahr und stelle fest: Wie jedes Jahr haben wir einige Wünsche und Ziele erreichen können, einige aber auch nicht. Bei manchen sehe ich es gelassen, bei manchen finde ich es schade.

Pläne ändern, Pläne verschieben

Und so auch dieses Mal:
Kein Kinderbuch. So, so gerne möchte ich ein Kinderbuch schreiben, aber 2019 verging irgendwie so unglaublich schnell und ich habe nicht eine einzige Zeile geschrieben. Auch wenn es mir natürlich nicht davon läuft und ich es genauso gut auch in diesem Jahr oder halt erst in 5 Jahren schreiben kann, so möchte ich doch eigentlich nicht so lange damit warten. Inhaltlich soll es nämlich um die Hütehundmädchen gehen und in 5 Jahren ist Emmely schon eine alte Dame.. und wer weiß, ob ich dann mehr Zeit zum Schreiben habe als jetzt. Das Buch jedenfalls ist und bleibt ein fester Bestandteil meiner persönlichen „Das will ich auf jeden Fall mal gemacht haben“ Liste.

Wohnmobilreise nach Schweden und Norwegen. Polarlichter sehen. Nicht 2018, nicht 2019 und auch 2020 wird es nichts. Aber wir haben nächstes Jahr ins Visier gefasst und planen für dieses Jahr stattdessen ein Urlaub in den Bergen. Darauf freue ich mich schon sehr, denn bisher kenne die Mädels vorallem Urlaub am Strand und Urlaubsfotos mit Bergen fehlen definitiv in unserer Sammlung.

Schnee haben wir im letzten Jahr genau einen Tag gehabt und zwar an einem Wochentag, wo ich lange arbeiten musste. Der Lieblingszweibeiner konnte gerade eben noch Fotos mit Hazel und Colani machen und dann war aus den schönen drei weißen Flocken auch schon wieder unschöner Schneematsch geworden und in diesem Winter war bislang im erreichbaren Umkreis kein Schnee, nicht mal bei meinen Großeltern, wo ich mit Hazel ein paar Tage kurz vor Weihnachten verbracht habe. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf: Dieses Jahr klappt es bestimmt!

Laufen, Fahrrad fahren, Neues lernen

2019 war sportlich gesehen eher durchwachsen. Ich hatte viele ambitionierte Pläne und die Meisten konnte ich nicht erreichen.  Keine Teilnahme an der VDH Deutschen Meisterschaft mit Hazel im Geländelauf. Knapp daneben ist halt auch vorbei. Verletztungsbedingt haben wir einige Turniere ausgelassen und viel weniger trainiert, als es notwendig gewesen wäre. Selbst nach einer inzwischen dreimonatigen Laufpause schmerzen meine Knöchel noch immer nach längeren Spaziergängen. Auch können wir nicht auf eine grandiose und sehr schnelle CSC Saison zurück blicken. Hazel und ich haben zwar einige Fortschritte im Training machen können und da wird sie immer führiger und konzentrierter und auch sogar leiser, aber die Turniere waren doch von vielen Fehlern geprägt.

Im Herbst haben wir sogar an einem zweitägigen Turnierhund-Seminar teilgenommen und viele wertvolle Tipps bekommen, die wir in der neuen Saison auf jeden Fall umsetzen werden. Auch in diesem Jahr werden wir in der bisherigen Konstellation mit Hazel, Emmely und einem der Hunde von unserer Hundesportkollegin Marion starten, nur werden Emmely und Hazel die Sektionen tauschen. Hazel könnte zwar schneller auf bisherigen Sektion laufen, aber lieber fehlerfrei als schnell.

Trotzdem kann ich auf eine Menge toller Leistungen zurückblicken. Emmely hat sich nämlich mit Tina für die BSP qualifiziert und sind mit einer tollen Zeit von 8,43 Minuten auf dem 13. Platz gelandet, nachdem Tina die 2000m schon vorher mit Mr. Briggs gelaufen war und mit ihm den 4. Platz erreichte. Auch für Hazel und mich lief es wirklich gut und mit einem 7. Platz und einer 7,53er Zeit angesichts der Bodenverhältnisse und der Wetterbedingungen bin ich überaus zufrieden. Aufgrund der Laufpause habe ich mich mit Hazel nun doch häufiger ans Bikejöring gewagt (wenn auch hauptsächlich nachts) und so haben wir die Trainingsstrecke nicht nur von 1 km auf 6 km ohne Pause steigern können, sondern sind sogar ganz spontan auf einem zweitägigen Schlittenhunderennen bei Bielefeld gestartet und konnten dort den 3. Platz bei den Gaststartern ergattern.

Und weil wir daran so viel Spaß haben, werden wir wohl auf ein neues Fahrrad umsatteln. Mein gebrauchtes 80 Euro ebay Kleinanzeigen Mountainbike, welches eigentlich nur als Unterstützung zur Emmelys Diät gedacht war, kommt nämlich so langsam an seine Grenzen.

Aber, wo wir gerade dabei sind: Dafür hat das Fahrrad bisher wunderbare Dienste geleistet. Emmely ist nämlich nicht nur wieder rank und schlank und hat insgesamt 6 Kilo abgenommen, sondern auch fit wie nie, so dass Tina und sie beim ersten Winterlauf im Dezember das erste Mal auf den 5000 m gestartet sind und mit 21,04 Minuten auch gleich den 7. Platz erreichten!

Statt Laufen hab ich mit Hazel einfach mal unter Turnierbedingungen geschaut, wie wir uns denn so im Vierkampf schlagen und nach unserem ersten Start 2018 in dieser Disziplin, bei der Hazel die komplette Unterordnung gebellte hatte, konnten wir die Unterordnung diesmal komplett ohne Bellen und mit einer vorzüglichen Fußarbeit zeigen. Ja gut, die technischen Übungen haben wir vermurkst, aber ich war trotzdem stolz.

Ein weiteres Highlight war definitiv die Teilnahme am Camp Canis in Wingst. Nicht nur, weil wir viel Spaß zusammen mit den anderen Mitgliedern hatten, nicht nur, weil Hazel es ganz toll mit den anderen Hunden hinbekommen hat, sondern weil mein Mann das erste Mal mitgemacht hat und er und Emmely das richtig spitzenmäßig gemacht haben.

Natürlich hat auch Colani Neues gelernt. Beim freien Shapen bietet sie nun mehr Verhaltensweisen an, sie hat drei neue Tricks gelernt (Hase, Verbeugen und auf dem Rücken liegen), sie apportiert nun zuverlässiger geworfene Spielzeuge zurück und insgesamt kann sie sich nun länger trotz Ablenkung konzentrieren und mit einer Aufgabe befassen. Das ein oder andere Mal hat sie mich bei meinen Therapiestunden probeweise begleitet und sich mit ihrem freundlichen und sanften Wesen direkt ins Herz einer Klientin geschlichen.

Für dieses Jahr habe ich uns keine großen Ziele gesteckt: Wir schauen mal, was das Jahr so bringen wird.
Wenn ich wieder laufe, dann gerne mit beiden Aussiemädchen zusammen. Ansonsten das ein oder andere Turnier mit Hazel mit dem Fahrrad. Direkt im Januar gehts los mit einer zweitägigen Veranstaltung auf einer Motorcross Strecke. Ursprünglich hatte ich die rausgesucht, um mich mit Hazel für die Canicross BSP (bei der auch Bikejöring angeboten wird) zu qualifizieren, aber angesichts der anspruchsvollen Strecke mit Sand, vielen Kurven und Hügeln wird es wohl eher schwer werden eine Quali- Zeit zu fahren und so freue ich mich einfach auf eine tolle Erfahrung, die ich mit Tina und Emmely teilen kann, weil die Beiden dort nämlich auch laufen werden.

Außerdem findet im März ein Rally Obedience Turnier auf unserem Hundeplatz statt und da werde ich mit mindestens einem Aussiemädchen in der Beginnerklasse starten, vielleicht aber auch mit Colani. Reizen tut mich diese Sparte, weil sie mehr Abwechslung als der Vierkampf bietet und man die Hunde verbal und körpersprachlich häufiger ansprechen darf. Schauen wir mal was das so gibt.

Der motzende Wildfang

Noch immer läuft Hazel draußen mit Maulkorb, aber inzwischen mit einem angepassten schönen Drahtmaulkorb in Türkis, den sie nun auch bei sportlichen Aktivitäten tragen kann und uns damit noch mehr Freiheiten einräumt. Wir haben in diesem Jahr viel an Hundebegegnungen gearbeitet mit Social Walks, Hundetrainer und in Eigenregie. Im August hatte ich dazu auch schon über den aktuellen Stand berichtet. Dank Hundetrainer habe ich Hazel wieder ein kleines bisschen mehr zugetraut und sie nicht immer sofort angeleint, wenn am Horizont Hunde zu sehen waren und festgestellt: Es passiert nichts.

Ich kann zwar nicht genau sagen, ab wann Hazel hinrennen würde, denn dazu ist es nie gekommen, aber ich leine sie deutlich später an als noch im letzten Jahr. Wir sind sogar schon ein paar Mal unangeleint mit etwas Abstand an anderen Hunden vorbei gelaufen und als beim THS Seminar sich ganz unvorhergesehen ein fremder Hund auf Hazel stürzte und es zu einerAuseinandersetzungen kam, bei der Hazel keinen Maulkorb trug, wurde niemand verletzt und Hazel hat auch am zweiten Tag wieder konzentriert gearbeitet, obwohl der und andere fremde Hunde direkt neben uns ebenfalls trainierten.

Nicht immer lief alles gut und manchmal gab auch auch Rückschläge, aber meine Sicht- und auch Trainingsweise hat sich Dank des Hundetrainers etwas geändert. Nun fehlt mir noch Selbstbewusstsein und Übungsmöglichkeiten, damit Hazel und ich Gelerntes umsetzen und uns einprägen können.

Abseits vom Training

Nun habe ich tatsächlich ein wenig überlegen müssen. Was war eigentlich in 2019 los – abgesehen rund um die Hütehundmädchen?
Ganz klar, die Hochzeit von unseren Trauzeugen Anouk und Lukas von Th10. Sie war wunderschön und wir haben uns sehr gefreut, auch an den Vorbereitungen so intensiv beteiligt worden zu sein.

Wir waren im Frühjahr für einen Tag am Meer und haben auch ansonsten eher so Wochenendausflüge gemacht, wenn nicht gerade mal wieder ein Turnier oder sonst was anstand. Wir hatten einige tolle Kooperationen zum Teil in Verbindung mit tollen Events wie zum Beispiel dem Shooting bei Vieler Photographie oder der Tony Petfluencer Beachparty in Köln.

Der Lieblingszweibeiner und ich waren bei Musicals und Konzerten – unter Anderem bei Pink, was mein absolutes Highlight war.

Ebenfalls eine spannende Erfahrung war für mich der Dreh eines Werbeclips für Facebook, der mich für drei Tage nach Berlin brachte – ganz ohne Mann und Hütehundmädchen. Ungewohnt so ganz allein, aber auch mal schön.

Außerdem hatten wir ein paar Tage Besuch von Colanis Halbbruder, der etwas länger auf sein Zuhause wartete als üblich und wir durften ein bisschen dazu beitragen, dass der kleine Mann neue Eindrücke sammeln konnte.

Rückblickend würde ich aber dennoch sagen, war die Freizeit doch sehr geprägt von Training und Turnieren mit wenig Platz für Anderes.

Dazu waren die Hütehundmädchen gefühlt ständig beim Tierarzt. Bei Hazel musste ein Zahn gezogen werden, zwischenzeitlich war sie sehr unruhig und geräuscheempflindlich (was im Nachhinein vermutlich mit der bevorstehenden Läufigkeit zu tun hatte), sie hatte eine leichte Vaginitis und die Analbeutel müssen nun regelmäßig geleert werden, weil das bei ihr nicht auf natürliche Weise funktioniert. Colani hatte zwei Ohrenentzündungen und Emmely hatte in diesem Jahr gleich zweimal Pech und sich eine Kralle gezogen. Dazu hatten sich die Aussiemädchen eine blöde Magenschleimhautentzündung eingefangen, die uns auch etwas länger als gewollt auf Trap gehalten hat.

Ich hoffe im neuen Jahr wird uns der Tierarzt nur zum Impfen und Analbeutel leeren wieder sehen. Das wäre schön.

Ansonsten wünsche ich mir einfach viele schöne gemeinsame Momente mit dem Lieblingszweibeiner, den Hütehundmädchen, Familie und Freunden.

Vielleicht schaffe ich es mehr Blogbeiträge zu schreiben, vielleicht schaffen wir es mehr Fotos zu machen, vielleicht schaffe ich es mehr Bücher zu lesen, vielleicht bekommt ja in diesem Jahr unser Flur eine richtige Lampe. Und auch das Wohnzimmer. Vielleicht kaufen wir in diesem Jahr ein neues Auto und vielleicht fahren wir nicht nur in die Berge, sondern trotzdem noch ans Meer.

So oder so werde ich am Ende des Jahres wieder schöne Momente finden, die das Jahr gut gemacht haben werden.

Und genau das wünsche ich Euch: Natürlich wäre es schön, wenn ihr eure eigenen Vorsätze und Pläne umsetzen und verwirklichen könnt, aber ich wünsche Euch vorallem, dass ihr am Ende des Jahres einfach auf viele tolle Momente zurückblicken könnt.

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