Verkehrte Welt: Verhundlichung des Frauchens

Was wäre wenn die Hütehundmädchen Menschen wären. Das hatten wir ja schon hier.
Aber was wäre wenn ich ein Hund wäre? Achtung, es wird persönlich, abstrus, klischeebehaftet, ein bisschen albern und ganz ohne Mehrwert für Euch.
Es sei denn, ihr fühlt Euch unterhalten – dann wäre mein Ziel erreicht.

„Beim dem Beitrag zur Vermenschlichung sind wir ja gerade so nochmal ganz gut weg gekommen“ sagte Emmely und runzelte ihre Stirn, wie man das ja von Australian Shepherds ganz typisch kennt.
Aber nun drehen wir mal die ganze Sache um und plaudern mal schön aus, wie Lizzy so im echten Leben ist.“
Hazel hüpfte aufgeregt und raste im nächsten Moment los, um Stift und Papier zu holen, während Colani zustimmend nickte und schon mal zu Überlegen begann.
…. und das müssen wir auch auf jeden Fall erzählen..“ Hazel war noch gar nicht wieder richtig da und redete schon wie ein Wasserfall.

Also Lizzy legt auf jeden Fall viel Wert auf saubere Pfoten, ein Labrador wäre sie also ganz bestimmt nicht.“ stöhnte Colani, die bei feuchtem Wetter ja immer das Nachsehen hatte und regelmäßig ihre Pfoten baden muss.
Ja, das stimmt – Sand auf ihrer Haut findet sie sogar ein bisschen ekelig. Sie wäre auf jeden Fall eher ein reinlicher Hund.“ Emmely kennt Lizzy schließlich schon seit fast sechs Jahren und weiß daher auch bestens Bescheid um ihre Macken.
Und besonders viel Geduld hat sie bei der Fellpflege ganz Allgemein auch nicht – die fiesen Knoten bei mir lässt sie immer für den Lieblingszweibeiner übrig. Sie selbst wäre also bestimmt auch nicht gerne ein Hund, der viel Fellpflege braucht.
Colani schaute in die Runde und Emmely grinste verschmitzt zurück: „Es geht ja hier nicht darum, welcher Hund sie gerne wäre – ich bin auch nicht mit Allem einverstanden, was sie so über mich schreibt!
Hazel hatte derweil eifrig mitgeschrieben und wollte sich nun auch einbringen: „Auf jeden Fall ist Lizzy nicht so sportlich und aktiv wie immer alle glauben. Ganz oft hat sie nämlich keine Lust auf Action, wenn ich sie auffordere. Manchmal verbringt sie sogar das halbe Wochenende mit auf der Couch sitzen, irgendwas am Handy schreiben und Essen – ganz wichtig. Ohne Essen geht bei ihr gar nichts. Das würde ja jetzt schon zu einem Labrador passen – oder einem Beagle.“ „Und überhaupt“ Hazel plapperte ohne auch nur einmal Luft zu holen „wirkt sie auf Außenstehende vielleicht ehrgeizig, aber sie müsste defninitv mehr trainieren, damit ich sie nicht immer so schwer atmend hinter mir her ziehen müsste. Aber nö, stattdessen arbeitet sie an meiner Kondition und lässt sich schön auf dem Fahrrad von mir ziehen. Als ob sie davon schneller werden würde..“ Hazel verdrehte die Augen.

Ach komm, nun beschwer dich mal nicht! Du machst das doch gerne – Colani und ich wären liebend gerne an deiner Stelle ..“ Emmely hätte jetzt gerne ihre Vorderbeine verschränkt, um ihre Worte zu unterstreichen, aber da sie ja ein Hund ist, ließ sie es. „Euch nimmt sie überhaupt immer zu so tollen Dingen mit – ich darf maximal nebenher laufen“ Colani schaute entrüstet. Zu Recht.
Ja, aber du hast halt so langes Fell und das geht dann vielleicht kaputt mit dem Geschirr und außerdem hast du nicht genügend Biss – das glaubt auch Lizzy. Und das du uns immer den Weg abschneidest ist auch nicht gerade hilfreich!

Hazel plusterte sich vor lauter Erregung auf, aber dann sprach Emmely das notwendige Machtwort: „Darum geht es doch überhaupt nicht! Wir sollen Lizzy den typischen Klischees von Hunderassen zuorden – also konzentriert Euch mal wieder. Und im Gegensatz zu Früher, ist sie auf jeden Fall sportlicher geworden. Sie macht den Sport ja nur für und mit uns. So gesehen, wäre sie auf jeden Fall ein Hund, der schon eher aktiv und kooperativ ist – also nicht die typische Bordeaux Dogge.
Was hast du denn du denn gegen Bordeaux Doggen?“ Colani schaute Emmely verwundert an.
Gar nichts, ich meine ja nur…
Kennst du überhaupt eine Bordeaux Dogge persönlich?
Nein, aber ich glaube halt, dass die ziemlich gelassen und eher ruhig sind. Außerdem sind die ja voll schwer, wie sollen die da aktiv sein und Molossern sagt man ja auch eher nach, dass sie eigenständig sind. Also nicht unbedingt kooperativ. Und Lizzy ist ja schon kooperativ. Die sagt erst, dass man nicht aufs Sofa darf und wenn man bisschen wartet und niedlich aussieht, dann darf man es doch.
Manchmal wartet man aber auch bisschen länger“ Hazel brummte unzufrieden, aber sie war nun wirklich nicht für ihre Geduld bekannt.
Jedenfalls ist Lizzy kein besonders nachdenklicher Mensch – ähm Hund. Eher jemand, der Entscheidungen impulsiv trifft – so wie ein Jagdhund. Oder so wie ihr.
Was willst du uns denn jetzt damit sagen Colani?“ Emmely wusste zwar ganz genau, was sie damit sagen wollte, wollte es aber trotzdem einmal ausgesprochen hören.
Die beiden Mädels standen sich angespannt gegenüber.
Seit dem sie sich mit den Läufigkeiten quasi abwechselten, kippt die Stimmung zwischenzeitlich zwischen den Hütehundmädchen.
Glücklicherweise vertrugen sie sich aber auch ebenso schnell.

Naja, ihr handelt ja auch oft ohne Nachzudenken – oder willst du etwa sagen, dass du dir das vorher gut überlegt hast, als du Lizzy und dem Lieblingszweibeiner die Spare-Ribs vom Tisch geklaut hast, Emmely?“
Nein, das hat sie sich vorher nicht gut überlegt, denn das gab ziemlich viel Ärger und zieht ja auch immer noch Konsequenzen für uns alle nach. Aber du hast schon Recht, Lizzy ist in manchen Punkten eher wie wir. Du magst ja laute Geräusche nicht so gerne – sie hört aber oft ohrenbetäubende Musik und singt dazu auch noch mit. Außerdem halten ihre „guten“ Vorsätze wie „gesünder essen“ maximal bis sie Hunger bekommt und dann ist es damit auch schon wieder vorbei, weil sie nämlich erst auf ihren Bauch/ihr Herz hört und dann auf ihren Verstand. Okay, da ist sogar genauso wie bei dir Emmely

Hazel hatte inzwischen Papier und Stift zur Seite gelegt (Wo hatte sie überhaupt lesen und schreiben gelernt?) und holte sich ein Spielzeug aus der Spielzeugkiste und quietsche ein wenig, während sie weiter überlegte. Aber irgendwie war es wohl nicht das Richtige, also suchte sie sich ein Anderes heraus. Und wechselte nochmal.
Ah. Mir ist noch was eingefallen: Lizzy langweilt sich schnell. Sie hat gerne Abwechslung„.
Also eher ein Hund, der nicht so genügsam ist. Puh, das ist echt schwer.“ Emmely schnaufte und hatte eigentlich keine Lust mehr. Warum machten sie das nochmal? Und wieso hatten sie jetzt eigentlich die Arbeit? Das war doch immer Lizzys Aufgabe. Sie hat ja auch was davon. Wobei – nein, eigentlich gibt es ja meistens Leckereien und schönes Spielzeug für uns.

Okay, ich habs.“ Emmely schaute triumphierend zu Hazel, dann zu Colani. „Lizzy ist einfach ein Mischling.
Hazel guckte Emmely entgeistert an: „Echt jetzt? Und woraus bitte schön?
Ein Mischling aus einem italienischem Windspiel, Zwergspitz, Beagle und Jack Russel.
Du spinnst ja – wer würde denn so eine Mischung wollen? Und wieso ausgerechnet diese Rassen?
Da würden sich sicherlich Menschen finden – aber es ist ja nur Theorie. Windspiele machen sich bestimmt nicht gerne dreckig, die mögen es warm und über Fellpflege muss man da auch nicht sprechen. Lizzy mag es mit ihren Haaren ja auch möglichst unkompliziert und pflegeleicht. Und sie ist die größte Frostbeule, die ich kenne. Dem Zwergspitz wird eine gewissen Bellfreudigkeit nachgesagt – und wie du ja schon sagtest: Lizzy singt gerne. Und zwar laut [und oft auch falsch aber das gehört nicht hierher]. Beagle und der unstillbare Drang nach Essbarem zu suchen passt ja eigentlich auch ganz gut zu ihr. Letztens habe ich mitbekommen, dass, wenn sie sich zum Beispiel Fast Food holt und das dann zuhause essen will, sie sich immer noch extra etwas für auf den Weg mitnimmt. Zum Sofortessen. Auch wenn sie nur 10 Minuten nach Hause braucht. Verfressen^10. Und der Jack Russel steht meiner Meinung nach für Lebhaftigkeit und als Jagdhund entscheidet er bestimmt auch oft aus dem Instinkt heraus – naja und wenn er das gerade nicht tut, dann arbeitet er mit seinem Besitzer zusammen. Also passt doch?!

Sie könnte ja auch genauso gut ein Aussie sein..“ An den Blicken der anderen Hütehundmädchen erkannte Colani, dass sie irgendwas Dummes gesagt hatte, aber da sie nicht wusste was, sprach sie erstmal weiter „Es gibt ja bestimmt auch Aussies, die sich nicht in jede Pfütze werfen und pflegeleicht ist euer Fell ja wohl total. Und Hazel, dich kann man nun wirklich nicht als einen leisen Hund bezeichnen und verfressen seid ihr beide auch. Emmely, du sogar ganz besonders! Lebhaft und kooperativ seid ihr dazu auch noch und wenn Lizzy die Frisbee oder die Zuggeschirre heraus holt, kennt ihr auch kein Morgen mehr. Was also spricht dagegen, dass sie einfach wie ein Aussie ist!

Ach Colani..“ Die Aussiemädchen stöhnten im Chor, rollten mit den Augen und waren ausnahmsweise mal einer Meinung „Das wäre doch viel zu einfach gewesen. Die Leser hätten praktisch nichts zu Lesen gehabt und der Blogbeitrag wäre total langweilig gewesen. Und Langeweile mag Lizzy ja auch nicht. Natürlich ist sie dem Aussie ziemlich ähnlich – daher fühlt sie sich ja auch den Hütehunden so verbunden. Auch dir übrigens. Und daher leuchten ihre Augen auch immer wenn sie einen Cattle Dog, einen Kelpie oder einen Border Collie sieht. Sie mag einfach die Art von uns besonders gerne. Und bestimmt finden andere Hundebesitzer an ihren Hunden auch Merkmale, die sie gemeinsam haben. Findet man immer – das ist eigentlich keine Kunst.“ Emmely ließ manchmal schon ganz gerne heraushängen, dass sie die Rudelälteste war.

Aber nun gut, die Hütehundmädchen haben sich also dafür entschieden, dass ich ein Italienisches Zwergspiel Reagle Terrier sein könnte oder alternativ auch ein Aussie. Ich lass das einfach mal so stehen.

Bis ganz bald.



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