VdH Deutsche Meisterschaft THS

Zieleinlauf mit Hazel

Eigentlich wollte ich Euch gleich am nächsten Tag von unserem tollen Wochenende berichten, aber wie das oftmals so ist, kam uns der Alltag dazwischen. Der und auch der Sauerland Cup, der dann doch nicht dazwischen kam, weil er kurzfristig abgesagt wurde und natürlich unsere Hochzeit. Aber dazu ein andern Mal mehr.

Inzwischen ist es schon fast ein Monat her, aber es war für uns ein so besonderes Ereignis, dass ich Euch trotzdem noch davon berichten möchte.

Doch zunächst einmal ein paar kurze Infos rund um die VdH DM, die in diesem Jahr vom VdH Ladenburg in Baden- Würtenberg ausgerichtet wurde. Die Startplätze waren natürlich begrenzt: 60 Teams für den Vierkampf 3, 60 Teams für den Geländelauf 2000m und 40 für die 5000m Strecke. Wenn es mehr Meldungen als Startplätze gibt, wird nach dem Leistungsprinzip entschieden.
Um sich zu qualifizieren benötigt man drei Qualifikationsergebnisse – in meiner Altersklasse (Aktivenklasse A), weiblich zwischen 19 und 50 ist das bei dem 2000 m Geländelauf eine Zeit von 8:00 Minuten maximal. Von diesen drei Ergebnissen wird dann der Mittelwert errechnet.
Mehr Infos dazu findet ihr hier in der Ausschreibung.
In diesem Jahr gab es für den Geländelauf 2000m in der weiblichen Aktivenklasse A 22 Startplätze.
Und wir waren nicht dabei. Die Starterin auf Platz 22 hatte einen Mittelwert der 2 Sekunden schneller war als wir – blöd gelaufen. Auf der Warteliste standen wir an Platz 2.

Gut zwei Wochen vor dem Wochenende, wo die Vdh DM stattfinden sollte, bekam ich eine Nachricht, dass wir tatsächlich nachgerückt waren. Meine Freude darüber könnt ich Euch sicher ausmalen. Das Honigkuchenpferd- Grinsen war anschließend nicht mehr aus meinem Gesicht zu bekommen.

Am Samstag, den 13 Oktober war es dann so weit. Der Lieblingszweibeiner, die Hütehundmädchen und ich machten uns auf den Weg nach Ladenburg. Morgens früh um 06.00 Uhr, da wir gut 320 km vor uns hatten und ich kurz nach 10.00 zur Besprechung da sein musste. Meine Startzeit war sogar erst kurz vor 14.00 Uhr.
Der Tag stand eigentlich unter keinem so guten Stern – ich war vor Aufregung viel später eingeschlafen als ich es eigentlich geplant hatte und war kurze Zeit später wieder hellwach, weil ich ziemlich schlimme Bauchschmerzen hatte. Tatsächlich habe ich da kurz überlegt unseren Lauf zurückzuziehen. Nach einer Wärmflasche und Schmerzmitteln konnte ich aber wieder einschlafen und als der Wecker klingelte, ging es mir schon deutlich besser.

Glücklicherweise kamen wir fast ohne Stau im Römerstadion in Ladenburg an und waren pünktlich. Bei der Besprechung erfuhren wir noch ein paar Infos zur Strecke und zum Ablauf. Und dann hatten wir Zeit. Fast vier Stunden. So konnten wir uns die 5000m Läufer anschauen und auch ein paar der 2000er, bevor ich mich mit Hazel warm machen musste.

„Warm“ machen – im übertragenen Sinn. Warm war uns nämlich sowieso schon: Ich war unglaublich aufgeregt, Hazel dementsprechend auch und dann hatten wir auch noch ein fabelhaftes Sommerwetter mit 26° Grad. Unser warm machen bestand dann darin, dass Hazel die 15 Minuten vor dem Start im Bach planschen durfte. Fand sie großartig.

Und dann ging es eigentlich ziemlich schnell. Ab an den Start. Zugucken, wie die Läuferin mit Hund vor uns startet, eine Minute warten und dann kam unser „Los“ Zeichen. Der erste Teil der Strecke ging geradeaus auf Asphalt zwischen den Feldern lang. Lange, gerade Strecken sind immer nicht soo cool, weil sich der Weg dann immer so zieht – das merkt man finde ich auch immer Hazel an. Die mag auch lieber viele Kurven. Nach der ersten Rechtskurve gings dann auf einen Feldweg und nach einigen hundert Metern erneut rechts um das Feld herum. Man konnte rechts rum oder aber auch geradeaus direkt in den kühlen Bach. Ich verlor Zeit und Puste, weil ich Hazel kurz erklären musste, dass ich vom Baden gerade überhaupt nichts halte und sie doch bitte einfach weiterlaufen soll. Sie tat mir den Gefallen und zu meiner Überraschung weiterhin im vollen Zug.

Ich muss dazu sagen: Hazel ist ein Hund, der deutlich zeigt, wenn sie nicht mehr kann. Und zwar nicht im Sinne von „Ich bin kaputt“ und fällt in der nächsten Sekunde vor Erschöpfung um, sondern rechtzeitig. Nur deshalb habe ich unsere Meldung trotz der heißen Temperaturen und der teilweise sonnigen Strecke nicht zurück gezogen.
Dennoch hatte ich damit gerechnet, dass sie nach circa einem Kilometer das Tempo rausnimmt und nur noch trabt. Aber nix da.
Hazel hielt das Tempo – fast bis zum Schluss. Denn das Ziel befand sich im Stadion und vielleicht fand sie es einfach da zu laut oder ihr war nicht ganz klar, wo sie lang muss, weil die Strecke recht breit war.

Mit einer Zeit von 7,16 Minuten war ich jedenfalls mehr als zufrieden. Mehr noch: Stolz auf mein kleines Wildfang-Mädchen. Bei den Temperaturen, dieser zwar sehr flachen, aber auch ein wenig eintönigen Strecke und ohne Vorläuferin (denn die hatten wir kurz nach unserem Start nach der ersten Kurve nicht mehr sehen können) hat sie soo toll gearbeitet. Und das nach einem knappen Jahr Training. Umso mehr freute es mich, als ich erfuhr, dass es nicht beim 22 Platz bleiben sollte, sondern wir uns auf den 18. Platz vorgekämpft hatten. Richtig gut.

Viel Zeit zum Jubeln blieb allerdings nicht, denn wir hatten Konzertkarten für ein Konzert in Gelsenkirchen. Also ging es ruckzuck, den ganzen Weg wieder zurück. An dem Tag fanden außer den Geländeläufen noch die CSC Qualifikationsläufe statt, die wir aber leider dadurch verpassten.

Das ist übrigens Tina, die häufiger mit Emmely läuft

Am nächsten Morgen ging es dann nochmal mit allen Hütehundmädchen nach Ladenburg. Diesmal zum Gucken, Anfeuern, Fotografieren und die Mädels an den Trubel gewöhnen. Am Samstag hatten wir sie nämlich ein wenig davon fern gehalten und sie durften auf dem Campingplatz  Wohnwagen von Tina und Sascha bleiben, aber am Sonntag bauten wir die Boxen mitten im Trubel auf. Hazel kriegte es richtig gut hin – trotz vieler Hunde. Und auch Colani fand ein paar Mal die Ruhe zum Dösen.
Da ich seit einiger Zeit das Gefühl hatte, dass vorallem Emmelys Geschirr nicht mehr richtig passt, ließen wir uns vor Ort an einem Stand für Zuggeschirre beraten. Und tatsächlich saßen beide Geschirre der Mädels gar nicht mehr gut – zum Teil auch den durch das Laufen aufgebauten Muskeln geschuldet. Jedenfalls war klar: Die Mädels brauchen neue und zwar keine von der Stange. Also nicht, dass mir die nicht gut genug gewesen wären oder so, aber ihnen passen durch ihre Körperform einfach keine Standardgrößen. Wir haben sie also direkt vor Ort von Sledwork- Team ausmessen lassen und zwei neue Geschirre in Auftrag gegeben.

Am Ende des Tages gab es dann noch den Einlauf ins Stadion, bei dem alle Verbände gesammelt ins Stadion liefen – natürlich mit den Hunden. Das war schon ziemlich cool – so richtig mit Sängerin, die die deutsche Nationalhymne gesungen hat. Sehr feierlich. Am Ende gab es eine Siegerehrung und dann war die VdH DM für THS auch schon wieder vorbei.

Schon jetzt hat aber die neue Saison begonnen, in der man wieder Zeiten laufen kann, um sich dann für die Deutsche Meisterschaft 2019 zu qualifzieren. Mein persönliches Ziel ist es, unsere Bestezeit von im Moment 6,43 auf 6,30 zu verbessern und dass wir uns mit einem Mittelwert von unter 7 Minuten für die nächste Vdh DM qualifizieren.
Wir arbeiten bereits daran. Die neuen Geschirre sind auch schon da und unterstützen uns dabei sicherlich.

So, demnächst muss ich Euch dann mal von dem Nicht- SauerlandCup erzählen und was wir stattdessen gewagt haben – und ein bisschen von unserer Hochzeit, auch wenn die Hütehundmädchen ein wenig außen vor waren.

Habt einen wunderbaren Abend, bis ganz bald.

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