Zweithund – eine gute Idee? [miDoggy Parade]

Hundefotografie, Hundeblog, Bearded Collie, Hütehund
Einmal im Monat gibt es ein neues Thema bei der miDoggyParade von der lieben Julia.
Und bei dem Thema 
„Zweithund – eine gute Idee?“ 
muss ich natürlich meinen Senf dazu geben..
Ganz oft wurde ich schon gefragt, ob ich es denn jemals bereut habe, Hazel in unser Rudel zu holen und ob ich immer wieder so entscheiden würde.
Ich kann Euch nur klar sagen, dass ich es nie niemals bereut habe und sehr glücklich bin, dass Hazel zu uns gehört. Aber ich kann auf keinen Fall sagen, dass ich mich immer wieder so entscheiden würde. Ob ein zweiter Hund passt hängt ja von vielen verschiedenen Faktoren ab. Welche das sind und wie diese gewichtet werden, ist sicherlich von Person zu Person unterschiedlich. Und ehrlich gesagt, weiß ich ja auch gar nicht, ob ich in 5 oder 10 Jahren auch noch genau die gleiche Einstellung dazu haben werde wie jetzt. 

An der ein oder anderen Stelle habe ich schon mal ausführlicher berichtet, was für mich gegeben sein muss, damit ein zweiter Hund einziehen kann, daher fasse ich mich jetzt etwas kürzer 
(Hier findet ihr noch mehr Einblicke in unseren Start mit mehr zwei, beziehungsweise drei Hunden ) 
1. Eine stabile und innige Bindung zum ersten Hund


Emmely und ich haben in den ersten 3 Jahren Zeit gehabt unsere Bindung innig werden zu lassen und ich glaube, dass das hilfreich war, gerade die Anfangszeit, in der Hazel natürlich viel Aufmerksamkeit benötigte und ich die Bindung zu ihr aufbauen musste. Denn da blieb zwangsläufig etwas weniger für Emmely übrig. Gleichzeitig bauten Emmely und Hazel ja ihre Bindung auf – und die war – glücklicherweise – auch schnell sehr harmonisch. Dennoch musste ich schauen, dass ich der Mittelpunkt von Beiden wurde und blieb, damit die Aussiemädchen sich nicht selbst genug waren und draußen zum Beispiel trotz Rufen lieber weiterspielen und mich nicht mehr beachten Emmely ist ja eher so Eine, die immer Kosten Nutzen abwägt und nur wenige Dinge einfach so tut, weil ich das gerade möchte. Sie arbeitet gerne aber dafür möchte sie bitte auch bezahlt werden – und Lob oder Streicheln sind da selten ausreichend als Bezahlung. Hazel hingegen ist sehr auf mich fixiert, weshalb es auch mit dem Rückruf eigentlich nie Probleme gab.


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2. Einen problemlosen Alltag mit dem ersten Hund

Eine gute Bindung zum Hund heißt ja schließlich nicht zwangsläufig, dass man nicht auch Baustellen im Alltag haben kann. Mir ist da zum Beispiel wichtig, dass die Leinenführigkeit vom ersten Hund so gut klappt, dass man sich auch nebenbei noch auf die noch nicht vorhandene Leinenführigkeit vom zweiten Hund konzentrieren kann (auch wenn man diese natürlich auch separat noch üben kann/soll/muss). Ich hätte Hazel nicht dazu geholt, wenn Emmely und ich größere Baustellen gehabt hätten. Dafür ist mir auch wichtig gewesen, dass sie aus der Pubertät so ziemlich raus ist – man weiß ja nie, was die Hormone so alles mitbringen.

3. Den passenden Hund

Wie ihr ja wahrscheinlich inzwischen alle wisst, war der Wunsch nach einem Zweithund schon recht früh da. Genau genommen seit dem Emmelys Schwester Flake bei uns für mehrere Wochen bei uns zu Besuch war und mein Indianermädchen so unglaublich glücklich war, ständig mit Flake spielte und abends kuschelnd beieinander lagen – obwohl sich die Beiden ein Jahr seit dem Auszug der Züchterin nicht gesehen hatten und daher auch nicht wirklich kannten.
Andere Hunde bei uns zu Besuch fand Emmely immer toll und sie hat immer alles geteilt – also ihr Futter nicht, aber das musste sie ja auch nicht.
Ich finde nicht, dass der zweite Hund die gleiche Rasse sein musss oder wenigstens annähernd eine ähnliche Körpergröße haben muss. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass sehr große und sehr kleine Hunde hervorragend zusammen harmonieren. Wichtiger finde ich, dass sie ein ähnliches Aktivitätslevel haben, einfach um sich nicht gegenseitig zu nerven. Das es bei uns wieder ein Aussie geworden ist, liegt auch ein bisschen an Emmely, aber mehr an meiner Liebe zu den Aussies. Emmely spielt eigentlich am Liebsten mit Hütehunden, Jagdhunden oder auch Windhunden. Alles Hunde, die meistens doch recht schnell sind. 
Für mich hätte es auch ein Australian Cattle Dog oder ein Border Collie werden dürfen, aber gerade beim Border Collie fand ich es schwierig einen deutschen Züchter zu finden, bei dem mir die Hunde gefielen. Bei den Aussies wurde ich schneller fündig – auch wenn es letztendlich nicht die Züchterin geworden ist, die ich mir ursprünglich ausgesucht hatte, weil Hazel ja eher mich fand und daher der zweite Hund ein dreiviertel Jahr früher als geplant einzog. Emmelys Züchterin züchtet übrigens nicht mehr, aber mal davon abgesehen, hätte ich mich trotzdem für eine andere Zucht entschieden, da ich diesmal ja einen sportlicheren Aussie wollte.
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Emmely ist ein Hund, der sich meist souverän behaupten kann, wenn es sein muss. Sie zettelt keinen Streit an und ist bei Welpen sehr geduldig und lässt vieles durch gehen. Daher war für mich klar, egal welchen Charakter der Welpe haben wird – ob forsch oder schüchtern, Emmely wird das gut hinbekommen. Und so war es ja auch.
Wäre Hazel mein erster Hund gewesen, wäre die Suche nach dem charakterlich passendem Welpen schwieriger gewesen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sie sich so entwickelt hätte, dass ich die Idee gehabt hätte, dass sie mit einem zweiten Hund glücklich werden würde, weil sie ja auch so schon sehr auf mich fixiert ist. Wer weiß, ob das nicht auch extremer geworden wäre, wenn sie die ersten Jahre Einzelhund gewesen wäre – da kann ich nur spekulieren. Jetzt ist so, dass sie es gar nicht anders kennt und sich wunderbar in das Rudel gefügt hat, welches noch immer von Emmely geführt wird.
Ansonsten braucht der zweite Hund das, was auch ein Einzelhund braucht: Zeit, Futter, einen Platz zum Schlafen, Impfungen usw.
Das man jetzt mit zwei Aussies eine große Wohnung, am besten mit Garten, braucht, kann ich nicht bestätigen. Wir wohnen zu dritt ganz hervorragend in meiner 50 qm Wohnung und ich hatte nie den Eindruck, dass sie zu klein ist – allerhöchsten könnte mein Bett etwas größer sein. Emmely und Hazel sollen sich ja nicht in der Wohnung austoben, sondern draußen. Und Draußen muss kein Garten sein – und überhaupt: ein Garten sollte nicht den Spaziergang ersetzen.
Ihr fragt Euch sicherlich schon, wann ich denn endlich Hund Nr. 3 anspreche… Jetzt.
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Denn natürlich gehört Colani auch zu unserem Rudel. Sehr viel anders ist es nicht. Vor allem in der Wohnung ist der Unterschied dann spürbar, wenn es draußen matschig ist und Colani wieder Berge an Schmutz in ihrem Fell mit reinbringt. Aber das ist ja rassebedingt und hat nichts mit der Anzahl der Hunde zu tun. 
Auch ein dritter Hund kostet Zeit und Geld – genau wie der zweite und der erste auch. Nach einem Spaziergang allen Hunden die Pfoten sauber zu machen, dauert natürlich mit Dreien länger und mehr Wäsche hat man auch.  
Draußen ist es schon noch anders – aber auch das wird sich mit der Zeit geben. Alle drei Mädels an der Leinen zu führen klappt nicht immer gut und ist oft ziemlich anstrengend – wenn man alleine mit ihnen unterwegs ist. Gerade weil Hazel ja nicht immer ganz leicht zu handhaben ist, wenn andere Hunde auf uns zukommen – und Colani altersbedingt noch nicht so leinenführig ist und am Liebsten jeden Hund oder Mensch begrüßen würde. Daher passiert es eher selten, dass einer von uns mit allen Mädchen gleichzeitig raus geht.
Meisten gehen Erik und ich aber sowieso zusammen spazieren und je Tagesverfassung (der Mädels und meiner) gehe ich ansonsten auch mal getrennt, also einmal mit einem Mädchen und einmal mit zwei Mädchen. Und wenn ich viel Zeit habe, dann gehe ich auch mal mit jedem Einzeln. Finde ich sowieso wichtig, für die Bindung, den Gehorsam usw.
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Wirklich schwierig ist allein die Urlaubsplanung und die Wohnungssuche mit zwei oder mehreren Hunden. 
Selten sind in mehr als zwei Hunde in Ferienhäusern etc. erlaubt und dann erst recht nicht, wenn es sich um mittelgroße Hunde handelt. Ohne unsere Mädchen können wir uns keinen Urlaub vorstellen, daher stellt sich bei uns auch nicht wirklich die Frage nach einem Hundesitter. Aber wenn wir mal irgendwo ohne die Mädchen hin müssen, so habe ich sie bisher einfach getrennt untergebracht. Die Emmely bei einer Freundin, Hazel bei einer Anderen. 
Ob sie sich dann gegenseitig vermissen? Ich glaube nicht – beim letzten Mal haben sie es sich jedenfalls nicht anmerken lassen und ich vermute sogar, dass sie die Zeit auch mal genossen haben.
Die Wohnungssuche haben wir jetzt gerade erst hinter uns (hoffen wir zumindestens – noch haben wir nicht das 100% Okay), aber da fallen mit einem Hund schon viele Mietwohnungen von vornherein weg – und mit zwei oder eben dreien wird die Auswahl auch nicht größer. Wenn man kein Zeitdruck hat und bereit ist, an der einen oder anderen Stelle vielleicht Abstriche zu machen, ist das aber auch kein Unding.
Bin ich glücklich mit drei Mädels? 
Ja. Sehr. Weil sie eben wunderbar zusammen harmonieren und uns oft zum Lachen bringen, weil sie so niedlich miteinander umgehen.
Einen vierten Hund wird es nicht geben. Mit Emmely will ich mich weiter auf unsere Arbeit und den Vierkampf im Turnierhundesport konzentrieren, mit Hazel auf den Geländelauf und unser Training wegen der Motzerei. Und Colani muss ja erstmal groß werden und sowieso noch viel lernen.
Und vielleicht, vielleicht, wenn das Indianermädchen alt ist und in Rente geht – sportlich und als Therapiehund – dann überdenke ich das möglicherweise nochmal.
Ein zweiter Hund kann eine wundervolle Ergänzung im Rudel, in der Familie sein. Wenn man sich vorher über einige mögliche Schwierigkeiten im Klaren ist und bei der Entscheidung nicht nur nach den eigenen Wünschen, sondern eben nach den Wünschen des ganzen Rudels schaut.
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