„Ach, hör mal – da kommt Hazel“ [Wildfang und die Motzerei]

Hundefotografie, Canon, Hundeblog, Aussieblog, Hazel

Seit unserem letzten Bericht über die Motzerei vom Wildfang sind schon wieder drei, fast vier Montate verstrichen. Gerne würde ich Euch berichten, dass wir die Motzerei vollständig in den Griff bekommen haben, aber wir sind ja nicht bei „Wünsch‘ dir was“ sondern bei „So isses“.
Und inzwischen war Hazel auch ihr erstes Mal läufig und befindet sich daher streng genommen nicht mehr in der Pubertät  – auf die kann ich es also nicht mehr schieben..

Warum die Motzerei

Warum Hazel genau bellt, habe ich leider immer noch nicht ganz durchschaut. Das ist aber auch echt nicht so einfach..
  • Die Größe, Farbe und Geschlecht des anderen Hundes spielt jedenfalls keine Rolle. 
  • Im ersten Moment ist es auch egal, ob sie den Anderen kennt oder nicht, und welche Körperhaltung derjenige hat.
  • Sie ist zwar meistens entspannter, wenn der andere Hund angeleint ist, aber auch nicht immer. 
  • Freilaufende Hunde sind in „ihrem“ Revier fast immer schwierig, nicht so auf der Hundewiese. Da motzt sie nur selten. 
  • Wenn sie angemotzt wird, motzt sie nicht zwingend zurück.

Was passiert ohne angebotene Alternative?

Wenn Hazel einen anderen Hund sieht und anfängt zu leise zu motzen und die Nackenhaare aufstellt, ich aber nichts tue, dann gibt es zwei Möglichkeiten –  sofern sie denn unangeleint ist:
Entweder sie stürmt mit Gebrüll auf den Hund zu und dieser bleibt souverän stehen. Dann wird der Wildfang nämlich plötzlich ganz still, die Mähne legt sich, sie schnuppert höchstens und geht dann weiter oder kommt zu mir zurück. Meistens interessiert sie sich dann für ihn auch nicht mehr. Es sei denn, sie stellt fest, dass sie ihn ja kennt – dann will sie kurz darauf gerne auch spielen (Der arme Leo von Truedogz – der hat schon einiges mit uns mitgemacht…).
Emmely, Hazel, Wildfang, Indianermäadchen

Oder aber der andere Hund zeigt einen Hauch von Unsicherheit. Dann kann es sein, dass der Wildfang nach ihm schnappt und versucht ihn zu vertreiben – sofern dieser nicht eh schon davon läuft.

Ihr könnt Euch sicher vorstellen: Gerade die zweite Möglichkeit geht gar nicht, weswegen ich immer bemüht bin, andere Hunde vor Hazel zu sehen und dann entsprechend zu reagieren.
Wichtig ist mir zu betonen, dass Hazel nicht beißt und auch kein Hund verletzt – einmal litt die Frisur des Anderen, als sie ein bisschen Fell im Maul hatte.

So arbeiten wir an der Motzerei 

Wie schon im letzten Beitrag berichtet, arbeite ich mit Ablenkung und/ oder inzwischen auch mit Alternativverhalten.
Kommt uns ein Hund entgegen, dann spreche ich Hazel direkt an. Je später sie den anderen Hund nämlich wahrnimmt, desto weniger Zeit hat sie zum Überlegen, ob sie jetzt Motzen muss. Und wenn sie den Hund erst 2-3 Meter vor uns sieht, dann passiert außer ein bisschen Nackenfell aufstellen meistens nichts, wenn überhaupt. Nicht immer schaffe ich es die Konzentration bei mir zu halten, manchmal sieht sie den anderen Hund auch schneller und dann motzt sie schon, bevor ich sie ansprechen kann.
Manchmal wirkt das Ansprechen dann trotzdem noch, manchmal aber eben nicht. Wenn nicht, dann mache ich mit Futter oder einem Spielzeug auf mich aufmerksam – und dann entscheide nach Bauchgefühl was ich mit ihr mache: Entweder ich trickse oder ich zergel ein bisschen mit ihr, bis der Hund sich wieder einige Meter von uns entfernt hat.
Das habe ich bis vor einigen Wochen eigentlich immer gemacht – unabhängig, davon ob sie an der Leine war oder nicht. Denn wenn der andere Hund nicht angeleint ist und ich das Gefühl habe, dass ihre Anspannung nicht ganz so hoch ist, dann klappt es mit Ablenkung auch, dass wir tricksend oder spielend an dem Hund vorbei gehen können. 
Inzwischen kommt Hazel sogar manchmal schon zu mir, wenn sie einen anderen Hund sieht und immer häufiger klappt es auch, dass ich sie nur mit meiner Stimme ablenken kann und sie bei Fuß – egal ob angeleint oder nicht – vorbei geht – sofern sich uns der andere Hund nicht auf direktem Wege nähert. Auch am Wegesrand sitzen oder liegen bleiben klappt wieder besser.
Interesse an ihr, Emmely oder mir findet sie nach wie vor erstmal nicht so cool, wobei sie auch hier immer mal wieder entspannter ist – wenn auch nicht total relaxt.
Australian Shepherd, Wildfang, Indianermädchen, Emmely, Hazel, Dalmatiner
Happy, Rana,Mojo und ganz links Luna (die Anderen fehlen leider auf dem Foto)
Am Wochenende waren wir bei einem kleinen Instagram Treffen mit 7 weiteren Hunden (fellfarben_ Tierportraits, verpinscht, twowunderfulsdogs, paula_fotografie, goldi_kimba und d.dogs_740)
Hazel kannte nur Mojo von Verpinscht und den hatten wir nur mal auf einer Messe getroffen. 
Ich hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass Hazel beim ersten Zusammentreffen wahrscheinlich Krach macht und natürlich war davon erstmal nix zu sehen oder zu hören. Als wir auf die Truppe trafen, waren alle Hunde – Emmely und Hazel auch – angeleint und eigentlich interessierten die sich auch nicht besonders für uns. Und so blieb es beim freundlichen Schnuppern und als nachdem wir dann gemeinsam zur nächsten Wiese gingen und ableinten, blieb es auch entspannt und kurze Zeit später flitzen sie alle gemeinsam durchs Wasser.
Später zeigte sich aber, dass zwei kleinere Hunde eher ängstlich waren – und das ist mit Hazel immer noch schwierig, weil sie die dann mobbt – und Emmely im blödesten Fall mit macht. 
Ansonsten hat sich Hazel in der Gruppe, aber auch gegenüber der anderen Hunde, die uns im Landschaftpark Duisburg entgegen kamen, gut benommen.  
Ich kann nicht sagen, dass es gute und schlechte Tage gibt, aber es gibt inzwischen eindeutig mehr ruhige und positive Hundebegegnungen als laute und angespannte. Vielleicht sollte ich mir mal am Tag notieren, wie viele Hunde wir am Tag begegnen und wie viele davon Hazel und ich gut meistern..
Jedenfalls arbeiten wir weiter an der Motzerei – getreu dem Motto: 

Der Weg ist das Ziel.
Emmely, Hazel, Hundeblog, Aussieblog, Wildfang, Motzerei

Edit: Ich weiß, einige von Euch haben auch ähnliche Schwierigkeiten und haben vielleicht schon auf diese Blogbeitrag gewartet, ich möchte aber gerne nochmal drauf hinweisen, dass ich keine Hundetrainerin bin. Und was vielleicht bei Hazel funktioniert, muss bei Euch noch lange nicht funktionieren. Vielleicht, weil euer Hund aus anderen Gründen bellt, vielleicht weil er vom Charakter anders als Hazel ist und die Art vom Training einfach für ihn nicht passt oder weil ihr vielleicht zu angespannt seid – Gründe kann es viele geben. Wenn ihr etwas aus unserem Training für Euch mitnehmen könnt, ist dass toll, aber es ist eben auf eure eigene Verantwortung.

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