Die Angst vor einem bissigem Indianermädchen


Puh, ich hab mich letztens vielleicht geärgert. Und wenn ich daran zurück denke, spüre ich den Ärger gleich wieder. Nein, diesmal ist das Indianermädchen unschuldig. Grund meines Ärgers war und ist ein anderer Hundehalter.

Emmely war als Welpe und Junghund naiv und unglaublich verspielt. Jeder Hund musste begrüßt und zum Spielen aufgefordert werden. Dabei spielte es keine Rolle, ob der Andere dreifach so groß und 50 Kilo mehr wog oder keine Lust auf die kleine Plüschkugel hatte. Das Indianermädchen ging Ärger aus dem Weg und wusste sich anfangs überhaupt nicht gegen potente Rüden zu behaupten. Häufig trafen wir uns mit vielen anderen Aussis und Emmely ♥ es.

Als sie aber etwa 1 1/2 Jahre alt war, wurde sie im Spiel von zwei Doggen unglücklich überrannt. Beide Doggen waren noch sehr jung, aber bereits schon ziemlich groß und schwer – nur wussten sie das nicht. Kurze Zeit später mochte eine gleichaltrige Hündin aus unserer Nachbarschaft das Indianermädchen nicht mehr und dominierte sie bei jeder Gelegenheit. Mit der zweiten Läufigkeit wurde das Indianermädchen bei Hundebegegnungen deutlich unsicherer, suchte Blickkontakt und machte meistens einen große Bogen um andere Vierbeiner. Wenn überhaupt spielte sie nur noch mit bekannten Hundenasen.. 

Das machte mich schon etwas traurig. 
Im Frühjahr diesen Jahres kam dann ein weiteres, blödes Ereignis dazu, bei dem Emmely von einem Malinois ganz plötzlich und unvermittelt von hinten angegriffen wurde. Das Indianermädchen hatte es zunächst mit Unterwerfen, Flüchten und Quieken versucht, da dies aber nicht half, drehte sie sich schließlich um und wehrte sich. Da erst gelang es uns die andere Hündin weg zu nehmen. Emmely trug zwar keine Verletzungen davon (und die andere Hündin hatte nur eine kleine Wunde), dennoch ist sie seitdem gegenüber Malinois und Schäferhunden noch unsicherer und zeigt anderen Hunden nun schneller und deutlicher, wenn sie sich bedrängt fühlt. Besonders fremde Hunde, die auf sie zu rennen verursachen eine Menge Stress.
Und obwohl das Indianermädchen bislang, mit Ausnahme bei dem Vorfall mit der Malinoihündin, nur droht aber nicht beißt, bedeutet jede Begegnung mit sehr dominanten und aufdringlichen Hunden Stress pur – für uns Beide. 
Die Vorstellung, dass mein kleines Indianermädchen mal wirklich jemanden ernsthaft verletzen würde, finde ich unglaublich schrecklich. Und selbst wenn es vielleicht gerechtfertigt wäre und sie nur aus Notwehr gebissen hätte, würde ich mir ernsthaft Gedanken machen, ob ich Emmely zum Beispiel noch bei meiner Arbeit einsetzen würde.
Seitdem achte ich noch viel mehr auf die Haltung des anderen Hundes und greife auch ziemlich schnell ein, wenn ich das Gefühl habe, dass Emmely sich bedrängt fühlt. Und immer wieder stelle ich fest, dass den anderen Hundebesitzern das Befinden meines Hundes völligst egal ist. Oder sie die Anzeichen gar nicht erkennen. Meistens stehen sie nur unbeteiligt rum oder bewegen sich im Schnecken- Tempo um ihren Hund zu sich zu holen. 
Und irgndwie wurde das Indianermädchen wieder mutiger und so konnte sie zum Beispiel mit Buddy vom Hundeblog Buddy&Me bei einem Blind – Playdate ganz ungezwungen toben. Seit Anfang Oktober sucht Emmely wieder mehr Kontakt und hat total schön mit anderen Hunden am Meer gespielt.
Ich kann euch sagen, beim Anblick meines spielendes Indianermädchens geht mir wirklich das Herz auf!

Trotzdem bin ich auf der Hut, damit es keine weiteren unschönen Begegnungen gibt.

Aber manchmal kann man es einfach nicht verhindern.
Und so trafen wir letztens auf einen Hundehalter mit zunächst einem einzelnen Rüden, der Emmely schon mit Bürste und stocksteifem Schwanz beschunpperte – ich wollte schnell weiter gehen, da kam ein zweiter Hund dazu. Der war wohl ein ganzes Stück von seinem Herrchen entfernt und raste nun auf uns zu. Im ersten Moment dachte ich, dass er eben zu seinem Herrchen wollte – aber dann stürzten sich gleich beide Rüden mit Gebell auf mein Indianermädchen. Großartig. Emmely versuchte mit Quieken und demütiger Haltung der Situation zu entkommen, was ihr nicht gut gelang. Und entschied sich dann zur Gegenwehr. Drehte sich um, knurrte und schnappte schließlich. Inzwischen versuchte ich die Beiden zumindestens mit Worten von Emmely abzuhalten. Der Besitzer stand seelenruhig 1 Meter daneben. Und schaute zu. Auf mein Bitten Drängen hin, machte er dann doch mal Anstalten seine Vierbeiner unter Kontrolle zu bekommen. Sehr halbherzig. Denn „die machen das schon unter sich aus„. Da ich offenbar nicht an seine Vernunft appelieren konnte, versuchte ich ihm wenigstens deutlich zu machen, dass es ja auch in seinem Interesse wäre, wenn er seine Hunde jetzt von Emmely fern halten würde. „Beim nächsten Mal droht Emmely dann vielleicht nicht mehr nur
Und dann folgte ein Satz, der mich wirklich verärgerte. Und es noch im Nachhinein tut.
Das wäre gut, dann lernt meiner das vielleicht mal
Da möchte man dem guten Mann doch am Liebsten gleich die Hunde wegnehmen.
Emmely ist doch nicht für die Erziehung seines Hundes zuständig. Und wie wahrscheinlich ist es, dass ein Hund, der gebissen wird, lernt, dass er besser nicht mehr so dominant auftreten sollte??!
Und was würde mein Indianermädchen wohl daraus lernen?
Angriff ist die beste Verteidigung – und beim nächsten Mal schneller sein.
Manchmal kann ich nur den Kopf schütteln und mich fragen, wie man auf solche Ideen kommen kann. 
Auf dem Rückweg trafen wir den besagten Mann erneut, mit vier Hunden im Schlepptau.. Keine Ahnung, wo die Anderen sich vorher rumgetrieben hatten..
Wie geht ihr mit so rücksichtslosen und scheinbar dummen Hundebesitzern um?

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